Casinos in NRW leiden unter der Wirtschaftskrise
Rss-
Im letzten Jahr strömten mehr als eine halbe Million Besucher allein in das Casino Duisburg; vor allen an den Wochenenden kamen die Gäste in Massen, um an den Spielautomaten und den Spieltischen ihr Geld zu setzen.
In diesem Jahr macht sich die schlechte wirtschaftliche Lage deutlich in den Besucherzahlen und damit auch in den Umsätzen bemerkbar. "Wir arbeiten ohnehin schon unter schwierigen Rahmenbedingungen, und die Wirtschaft hat nun endgültig zu einer handfesten Krise geführt", meinte die Sprecherin der WestSpiel Casinos, Katrin Koch, "Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, dann haben die Leute auch weniger Geld für ihre Freizeit." Konkrete Zahlen nennt Koch jedoch nicht. Die WestSpiel-Gruppe unterhält unter anderem folgende Casinos in Nordrhein-Westfalen: Duisburg, Aachen, Bad Oeynhausen und Dortmund-Hohensyburg. Wegen der beständig sinkenden Einnahmen wird nun geprüft, ob Personal in der Spielbank Hohensyburg abgebaut werden kann.
Auch die ungeheuer strengen Auflagen für Glücksspielbetreiber und das Nichtraucherschutzgesetz führen zu beständig wachsenden Verlusten. Die WestSpiel-Gruppe nahm im vergangenen Jahr in ihren sieben Casinos in NRW 160,77 Millionen Euro ein – 16,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Dabei geht es dem Casino in Duisburg, dem nach eigenen Angaben modernsten und erfolgreichsten Casino in Deutschland, im Verhältnis "noch sehr, sehr gut", wie Jochen Braun, Bereichsleiter des klassischen Spiels, bestätigt. Braun arbeitet seit seiner Jugend in Casinos, zuerst als einfacher Croupier, bis er sich zum Chef über Dutzende von Mitarbeitern hochgearbeitet hatte.
Seit Januar 2007 ist Braun im Casino Duisburg verantwortlich für die Bereiche Service, Arbeitspläne, Spieltische und Kunden – also eigentlich für alles. Darunter fällt auch die Spielsucht Prävention. Sollte einer der Mitarbeiter ein Spielproblem bei einem Gast vermuten, so wird er vom Casino Personal darauf angesprochen. So wollen Braun und seine Mitarbeiter der Spielsucht in ihren Räumen Einhalt gebieten. "Die Reaktionen der Angesprochenen fallen ganz unterschiedlich aus," sagt Braun. "Manche haben an dem Tag einfach nur einen heftigen Familienstreit und alles stellt sich als harmlos heraus. Manchmal aber sind unsere Kunden auch wirklich froh, dass sie endlich auf ihr Problem angesprochen werden."
Ganz freiwillig sind gewisse Maßnahmen – ausliegendes Infomaterial und Einlasskontrolle – natürlich nicht. Die Betreiber des Casinos sind gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden solche Angebote zugänglich zu machen – egal, wie viel das Casino dadurch verlieren mag. Eine Verbindung zwischen der schlechten wirtschaftlichen Lage und der relativ hohen Zahl an Spielsüchtigen bestehe allerdings nicht – das bestätigen Casinobetreiber und Schutzverbände. Braun meint dazu: "Die Zahl der Abhängigen ist mit der zunehmenden Popularität des Glücksspiels gestiegen. Das hat mit der Wirtschaft nichts zu tun."
02-Nov-2009, 07:57









Kommentare
Neuen Kommentar schreiben