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Ist Lottelo ein Glücksspiel?

Rss

Die österreichische Regierung macht schon wieder von sich hören. Nach der Schlappe bei der Klage gegen das Glücksspielmonopol vor dem EU Gerichtshof scheinen nun alle darauf aus zu sein, alles in penibler Ordnung zu halten. Das erste Opfer ist das neue SMS-Gewinnspiel Lottelo, welches am 22. Januar gestartet wurde.

Das Finanzministerium behauptet nun nach einer nachgezogenen Überprüfung des Geschäftsmodells, dass Lottelo unter das Glücksspielgesetz falle und daher eine Konzession bräuchte. Das Ministerium gab überraschend bekannt, dass es seine Rechtsansicht an die zuständige Bundespolizeidirektion in Wien weiterleiten würde. Der Betrieb könnte damit vor dem Aus stehen.

Bei dem Lotto Spiel Lottelo kann der Spieler nicht selbst gewinnen, sondern nur der, dessen Mobilnummer per SMS eingesandt wird. Täglich winkt ein Gewinn in Höhe von einer Million Euro.

Die Gewinnchance beträgt allerdings nur 1:12 Millionen. Alternativ ist auch die (kostenlose) Teilnahme per Postkarte möglich. Lottelo Gründer Daniel Goldscheider ist davon überzeugt, dass es sich dabei um kein Glücksspiel handelt. Laut dem Ministerium stelle Lottelo jedem Teilnehmer einen "vermögensrechtlichen Gewinn" in Aussicht, wobei der Spieler das Geld seinem Freund widme und erfülle damit die Anforderungen für eine Ausspielung – also eines Glücksspiels.

"Das ist einfach falsch", meinte Goldscheider. „Der Lottelo Teilnehmer schließt einen Vertrag zugunsten Dritter ab und profitiert zu keinem Zeitpunkt von der Teilnahme. Es ist einfach bedauerlich, dass sich das Ministerium nicht einmal die Spielregeln durchliest. Man hat noch nicht einmal Kontakt mit uns aufgenommen, bevor diese geschäftsschädigenden Äußerungen an die Medien abgegeben wurden."

Verbraucherschützer brachten bereits vergangene Woche eine Unterlassungsklage gegen Lottelo ein. VKI-Chefjurist Peter Kolba hofft auf ein "rasches und klares Verbot durch das Gericht". „Diese Spekulationen sind wirklich geschäftsschädigend", regt sich Goldschieder auf. „Die Teilnehmer tragen kein Risiko, die Gewinne sind ein Jahr lang mit 365 Mio. Euro versichert. Wir sind guter Dinge, dass wir den Polizeijuristen klarmachen können, dass die Vorwürfe des BMF aus der Luft gegriffen sind. Notfalls werden wir alle drei Instanzen durchlaufen, um unseren Punkt klarzumachen.“

09-Feb-2010, 07:21

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