Jackpot Raub in Australien
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Vergangene Nacht gelang der Polizei von Australien ein außergewöhnlicher Coup. Sie setze eine Räuberband fest, von der niemand wusste, dass sie existierte. Ein Polizeisprecher der Einsatzgruppe Sidney berichtete, dass die drei studierten Programmierer außerordentlich clever vorgingen.
Die elektronisch bewanderten Diebe hatten einen Apparat gebaut, der mittels Fernsteuerung in der Lage war, die Spielautomaten einer bestimmten Firma zu hacken. Die Täter hatten, da sie im Rahmen eine Praktikums in der Herstellerfirma arbeiteten, ganz legal Zugang zu den Bauplänen der Geräte. Sie verbrachten nach eigenen Aussagen circa einen Monat mit Planung, Recherche und dem Bau ihres Hacking-Gerätes. In dieser Zeit spähten sie verschiedene Casinos aus, die besagte Automaten im Angebot hatten. Auch hierbei gingen sie außerordentlich professionell vor: Sie besuchten jeder jeweils nur ein Casino pro Bundestaat. Da in Australien die Casinos Landessache sind und kein Verzeichnis der Gewinner erstellt wird, war eine Entdeckung auf diese Weise sehr unwahrscheinlich.
In den folgenden Monaten gewannen die drei mittels ihres betrügerischen Gerätes sechsmal den Jackpot im Wert von umgerechnet insgesamt 1,5 Millionen Euro. Das Geld legten die Täter auf einem anonymen Geschäftskonto an. Keiner der Casinobetreiber bemerkte den Betrug, alle zahlten aus. Ein Casino im Großraum Sidney gab als Zugabe sogar noch einen iPod dazu.
Die Polizei wäre der ganzen Sache nie auf die Spur gekommen, wäre da nicht das Ego eines der Diebe gewesen: In einem US-amerikanischen Programmierer Blog prahlte er damit, die Casino Spielautomaten überlistet und ausgeräumt zu haben. Er stellte sogar Teile des Programmcodes aus ihrem Betrugsgerät in einem Forum ein. Der Administrator des Forums fand das verdächtig und leitete das Ganze an die Polizei weiter. Die meldete das Ganze nach Australien und nur drei Wochen später konnte die Einsatzgruppe Sidney die drei Programmierer festsetzen.
Zwar ist einer der Diebe geständig, ob es zu einer Anklage kommt, bleibt aber abzuwarten. Von dem Gerät fehlt zurzeit nämlich noch jede Spur, und wenn die angesetzte Überprüfung der Spielautomaten keine schlüssigen Beweise ergibt, könnte es sogar sein, dass die drei straffrei ausgehen. "Wenn nicht alle drei Täter geständig werden oder der Betrugsgegenstand noch auftaucht, dann sind uns die Hände gebunden.", so der Sprecher der australischen Polizei.
Auf jeden Fall werden die drei ihren Plan nicht fortsetzen können – gegen die drei wurde ein vorläufiges landesweites Casinoverbot ausgesprochen.
20-Nov-2009, 19:46









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