32 deutsche Partien vom Fußball Wettskandal betroffen
Rss-
Die Kombination von Fußball und Glücksspiel hat nun zu einem Mega Wettskandal geführt, wie die Welt des Sports ihn noch nicht gesehen hat. Gestern um 14 Uhr traten die Sprecher der Staatsanwaltschaft in Bochum vor die Kameras, um über die am Donnerstag erfolgten Durchsuchungen und Festnahmen zu berichten. Die Ausmaße des Skandals sind größer als befürchtet. Insgesamt stünden über 200 Spiele im Jahr 2009 unter Verdacht, manipuliert worden oder zumindest dem Versuch einer Manipulation ausgesetzt gewesen zu sein. Darunter sind auch 32 Spiele in Deutschland, weitere in der Schweiz und in Österreich.
Am Donnerstag untersuchten die Ermittler nun etliche Orte in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Großbritannien. 15 Zugriffe erfolgten allein in Deutschland, schwerpunktmäßig in Berlin, Nürnberg sowie im Ruhrgebiet. Dabei wurde nicht nur umfangreiches Beweismaterial, sondern auch Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von rund einer Million Euro beschlagnahmt. 17 Personen wurden vorläufig festgenommen.
In Europa gerieten zwölf Partien der Europa League, drei Spiele der Champions League und ein Qualifikationsspiel zur U21-Europameisterschaft unter Verdacht. Um welche Partien genau es sich handelt, wurde allerdings nicht bekannt gegeben. Auch über beteiligte Spieler und Vereine schwiegen sich Staatsanwalt und Polizei aus. Daher fielen auf der gesamten Pressekonferenz zum Fußball Wettskandal keine Namen. Zwar bestätigte Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek, dass sich unter den Festgenommen auch die Hauptverdächtigen befinden, doch aus "ermittlungstechnischen Gründen" könnten noch keine weiteren Angaben zur Identität veröffentlicht werden. Die Anklage lautet auf "gewerbsmäßigen Bandenbetrug".
Bei der Pressekonferenz war auch Peter Limacher, der Leiter der Disziplinarabteilung bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA), anwesend. Angesichts der Ausmaße des Skandals sprach der Schweizer vom "größten Betrugsskandal, den es im europäischen Fußball bisher gegeben hat". Da auch Spiele der aktuellen Europapokalsaison betroffen sind, könnte es sogar Konsequenzen für den laufenden Spielbetrieb geben. "Wir müssen erst die Täter ermitteln, dann können wir sagen, welche Konsequenzen es gibt", meinte Limacher dazu. Er bedankte sich bei der Staatsanwaltschaft und der Polizei Bochum für die von ihnen geleistete Arbeit. "Andererseits sind wir aber auch zutiefst betroffen vom Ausmaß abgesprochener Spielmanipulationen internationaler Banden", meinte der Schweizer. Auch der Bereich der Sportwetten habe erneut einen herben Schlag hinnehmen müssen. Der ohnehin nicht sehr gute Ruf dieses Glücksspielzweiges wird durch diese Angelegenheit mit Sicherheit nicht besser werden.
In Deutschland machte bereits im Jahr 2005 ein Fußball Wettskandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer Schlagzeilen. Der Berliner hatte mit Unterstützung von kroatischen Wettbetrügern Einfluss auf mehrere Partien genommen. Davon profitierten vor allem ein Berliner Wettbüro und er selbst. Hoyzer wurde gefasst, gestand und wurde wegen Manipulation von Fußballspielen und Beihilfe zum Betrug zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Wegen guter Führung wurde er im Sommer 2008 allerdings vorzeitig entlassen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sperrte den ehemaligen Schiedsrichter selbstverständlich auf Lebenszeit.
21-Nov-2009, 07:30









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