Die Geschichte dreier Poker Firmen Teil III: die WSOP
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Die erste World Series of Poker (WSOP) fand 1970 statt. Es war ein Zusammentreffen einiger der damals besten Pokerspieler und des Horseshoe-Besitzers Jack Binion. Keiner der damals Beteiligten hätte sich träumen lassen, was aus der WSOP einmal werden sollte. Obwohl das Turnier von den Binions nicht an die große Glocke gehängt wurde, stieg der Bekanntheitsgrad der WSOP im ersten Jahrzehnt durch Mundpropaganda beständig, und die Veranstaltung wurde so zum größten Live Pokerturnier der Welt. Die WSOP wurde nicht durch gutes Marketing bekannt, sondern war lediglich zur rechten Zeit am rechten Ort.
Im Laufe der 1980er und 1990er kochte man bei der WSOP noch auf relativ kleiner Flamme. 34 Jahre lang wurde das Turnier in Binions Horseshoe Casino abgehalten – immer in denselben Räumen, an denselben Tischen und nicht selten auch mit denselben Spielern. Werbung wurde kaum gemacht, denn jeder Pokerspieler, der etwas auf sich hielt, wusste ja eh, wann und wo er aufzutauchen hatte – und nur wenige Amateure wagten sich an die fünfstelligen Buy-Ins. Ein wenig Publicity bekam die WSOP durch die Ausstrahlung der Turniere auf kleineren Fernsehstationen, aber bevor die Hole-Card-Kamera 2002 erfunden wurde, waren die Übertragungen unvollständig und nicht sehr spannend.
1998 übernahm Jack Binions Tochter Becky Behnen die Kontrolle über das Horseshoe und die WSOP. Das Casino tat sich schwer, mit den neueren Etablissments auf dem Las Vegas Strip zu konkurrieren und die WSOP war das Einzige, was das Geschäft am Leben hielt. Leider unterschätzte Behnen die Wichtigkeit der WSOP und nahm einige für die Spieler sehr unattraktive Einsparungsmaßnahmen vor. Als dann die WPT mit ihren großen Preisen, interessanten Spielveranstaltungsorten und der guten Medienabdeckung startete, blieben die Spieler der WSOP fern und wandten sich dem neuen Turnier zu.
Die Online Poker Welt hielt die WSOP durch günstige Werbeverträge und die beliebten Satellite Turniere am Leben. 2003 gelang ihr dann endlich der große Durchbruch, als völlig überraschend ein Amateur die WSOP gewann. Auf einmal wollten Millionen von Spielern an dem Turnier teilnehmen und machten die WSOP mehr oder weniger über Nacht zum spielerstärksten Turnier der Welt. 2003 nahmen 839 Spieler teil, im Folgejahr waren es 2.567. Harrah's Entertainment erkannte das Potential der WSOP und kaufte die Marke und alle Rechte 2004. Sie wechselte den Austragungsort, kurbelte die Vermarktung und Werbung an und sorgte für allumfassende Medienabdeckung.
Die WSOP wuchs und gedieh unter der neuen Führung. Selbst in den wirtschaftlich schlechten Zeiten der letzten Jahre kann sie mit hohen Spielerzahlen und jeder Menge Gewinne aufwarten – die WSOP ist und bleibt das größte Pokerturnier der Welt. Leider ist Harrah's Entertainment eine nicht börsennotierte Firma, so dass man sich keine WSOP Aktien sichern kann. Trotz allem ist die Erfolgsstory der WSOP wieder einmal ein gutes Beispiel dafür, dass sich ein gutes Produkt irgendwann auch durchsetzt.
30-Oct-2009, 06:33









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