Surfe doch einmal für ein paar Minuten im Internet und du wirst schnell merken, wie viele Initiativen von Internet-Unternehmen, offiziellen Webseiten und im Rahmen sozialer Netzwerke ins Leben gerufen worden sind. Sie bitten ihre Nutzer, sich anzumelden und Geld für die vielen Organisationen zu spenden, das den Überlebenden der Erdbebenkatastrophe von Haiti am 12. Januar 2010 zukommen soll. Es geht um eine gute Sache. Wie hört sich das jedoch bei Glücksspiel Anbietern oder Casinos an? Denkst du, dass dies angesichts der bestehenden Vorurteile gegenüber der Branche genauso gewürdigt wird?

Man sollte betonen, dass Casinos und Glücksspiel Unternehmen viel und in unterschiedlichster Art und Weise helfen. Vor allem in Partnerschaften mit der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam und dem Internationalen Roten Kreuz werden Spenden gesammelt. Die iGaming Community wird zum Beispiel von Online Spielern eine Million US-Dollar sammeln, und Calvin Ayre vom Pokerraum

Bodog hat bereits die Spende des doppelten Betrags zugesagt. Viele Casino Ressorts organisieren Konzerte und Sondergalas, deren Ticketeinnahmen den Hilfefonds für Haiti zu Gute kommen sollen. Online Glücksspiel Betreiber organisieren "No Play-" Turniere, die von berühmten Spielern moderiert werden und bei denen die Spieler ihre Gewinne direkt spenden können.
PokerStars spendet dem Roten Kreuz und
Full Tilt hat ein Spendenkonto eingerichtet, mit dem exklusiv den Opfern auf Haiti geholfen werden soll.
Kann an diesem Engagement etwas verkehrt sein? Sollte sich irgendjemand darüber beschweren dürfen - am Glücksspiel für Haiti? Menschen neigen dazu, sich schnell an irgendetwas zu stören, daher gibt es Menschen, die der Meinung sind, man sollte genau verfolgen, wohin jeder einzelne Cent der Spenden fließt. Ist es wirklich denkbar, dass Glücksspiel Anbieter etwa die Gewinnmöglichkeiten für ihre Spieler verringern oder strategisches Spielen unterminieren, indem sie entsprechende Initiativen ergreifen?

Wir sollten uns daran erinnern, welchen Teil der Welt das verheerende Erdbeben getroffen hat - die Karibik. Und wir sollten sehr wohl daran denken, dass die Tourismus- und Unterhaltungsbranche trotz dem Leid der Haitianer nicht um Erliegen gekommen ist. Eine Kreuzfahrtlinie legt nichtsdestotrotz ihren Halt ein - nicht weit entfernt von dem zerstörten Land. Mit all ihren Clubs, Discos und Casinos an Bord. Ist denn dies in Ordnung und ehrenswert? Dieser Gegensatz zwischen denen, die das Beste aus ihrem Leben machen, und jenen, die ihr Leben verloren haben oder die Hölle erleben müssen, wirkt verstörerisch. Nichtsdestotrotz kann man der Kreuzfahrtlinie keinen Vorwurf machen. Naturkatastrophen gehören zum Geschäftsrisiko. Doch bedenkt, dass der Abschluss dieser Reisepakete und der Ticketverkauf an Touristen bereits lange im Voraus vollzogen worden ist. Und das Unternehmen hat den Erdbebenüberlebenden auch Essens- und Ausrüstungsspenden zugesagt, sowie Geldspenden für Crewmitglieder aus Haiti. Trotzdem stören sich viele der Passagiere an dem Stopp und gehen nicht an Land; einige befürchten sogar Plünderungen und Überfälle...

Deshalb erscheint es doch ein wenig skurril, dass die Haitianer sich darum kümmern, woher in dieser Lage die Geld -und Sachspenden herkommen, oder? Wäre ich an ihrer Stelle, wäre mir das vollkommen egal. Wenn ich einfachste Dinge benötigte, wie etwa Wasser, dann wäre es mir egal, wenn es von einem Schiff voller fröhlicher Touristen käme, die sich in Rum baden und ihre Abend in einem luxuriösen Casino and Bord vertreiben.
31-Jan-2010, 10:35
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