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Bei der Neuordnung des russischen Glücksspielmarktes wollen Casinos dabei sein und auch bei jener des heimischen Automaten-Geschäfts. Wie andere heimische Manager ist auch Karl Stoss derzeit viel in Russland unterwegs. In Wladiwostok und Krasnodar war er schon. Demnächst reist er nach Kaliningrad. Hintergrund ist der Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin, vier Spieler-Zonen im Land einzurichten – und den Casino-Wildwuchs auf diese Weise einzudämmen.
Für die Casinos Austria (CasAG) ist Russland einer der wichtigsten Hoffnungsmärkte. Man werde aber, gemäß Stoss, nichts überstürzen. Voraussetzungen für ein Engagement seien verlässliche gesetzliche Grundlagen.
Gerangel um Gesetz
Nicht so viel Zeit hat Stoss, um sich in Österreich in Stellung zu bringen. Im Finanzministerium wird zurzeit an einer Novelle zum Glücksspiel-Gesetz gebastelt, die vor allem das Automaten-Business regeln soll, das sogenannte „Kleine Glücksspiel“. Wobei „klein“ irreführend ist. Nur noch ein Viertel der Einnahmen in den heimischen Casinos stammt laut Stoss aus dem Lebend-Spiel: also aus Roulette, Poker oder Black Jack. Den überwiegenden Teil der Umsätze liefern die Automaten. Das neue Gesetz ist daher existenziell, die Lobbying-Maschine läuft.
Finanzminister Molterer favorisiert eine gewisse Anzahl größerer Automaten-Casinos, wobei auch andere Betreiber als die Casag vorgesehen sind. Dafür will Molterer die – oft illegalen – Geräte in Gaststätten oder Bars eindämmen. Der Beamtenentwurf ermächtigt den Minister, Automatenhallen zu genehmigen.