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Faszination Glücksspiel
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28-Jul-2008, 12:30
Zahlreiche Gesetze und Vorschriften, hunderte soziale Initiativen und Verurteilung aufgrund religiöser, gesellschaftlicher und moralischer Bedenken konnten nichts dagegen tun, dass die Glücksspielbranche unaufhörlich wächst. Es existiert eine gewisse Faszination um das Glücksspiel an sich und die unzähligen gescheiterten Versuche der Menschen, die Gewinnwahrscheinlichkeiten zu schlagen, und es gibt scheinbar irgendetwas, dass Glücksspiele an sich haben, wovon die Menschen angezogen werden. Man ist versucht, zu sagen, dass die heutige Existenz des prähistorischen Menschen eine fortwährende Folge von Glücksspielen gegen die Natur mit dem ultimativen Stake, Überleben, als nicht-verhandelbaren Einsatz. Man kann dem zustimmen oder nicht, Tatsache ist nichtsdestotrotz, dass Glücksspiel sehr früh entstand und trotz rechtlicher und religiöser Einschränkungen, gesellschaftlicher Verurteilung und sehr ungünstiger Wahrscheinlichkeiten aufblühte.

Würfel wurden gewürfelt, bereits lange bevor es dabei um ein Glücksspiel ging. Und Tausende Jahre danach können viele noch immer nicht zwischen Schicksal und Glücksspielen unterscheiden. So wie unsere Vorfahren glaubten, dass unsere Erfolge oder unser Scheitern im Leben alleine von den Launen der Götter abhingen, so denkt der typische Spieler heute, dass seine Siege oder Niederlagen größtenteils von irgendeiner übernatürlichen Macht abhingen. Diese Vorstellung war 2004 wahrscheinlich auch Ashley Revels Motivation, seinen gesamten Besitz inklusive Kleidung zu verkaufen, um dann mit 135.300 US-Dollar ins Plaza Hotel von Las Vegas zu gehen und beim Roulette-Tisch alles auf die Farbe Rot zu setzen. Die Kugel stoppte bei Rot / 7 und Revell verließ das Casino mit einem verdoppelten Netto-Betrag von 270.600 US-Dollar.
Glücksspiel hat seinen Ursprung in den früh-assyrischen und sumerischen Würfeln, die aus dem Fersenbein von Schafen, Hirschen oder anderen Tieren ähnlicher Größe hergestellt wurden. Später polierten und kennzeichneten die Babylonier und Ägypter farbige Kieselsteine. Im 17. Jahrhundert wurden dann akkurate Geräte zur Zufallsberechnung hergestellt und Wahrscheinlichkeitstheorien aufgestellt, um das Spiel zur analysieren. Viele der besten Wissenschaftler und Philosophen der jeweiligen Zeit haben sich ausführlich mit den praktischen und theoretischen Problemen im Zusammenhang mit Glücksspielsituationen beschäftigt. Glücksspiel ist seitdem immer elaborierter und komplexer geworden. Neue Spiele, moderne Automaten und riesige Spielhallen zeigen, dass sich die Glücksspiele seit den Anfängen in ein Massenphänomen entwickelt hat. Auch wenn die Spiele heute noch so elaboriert sind, sie sprechen immer noch die ureigenen Instinkte des Menschen an. Die Geschichte von Ashley Revel dient als sehr gutes Beispiel für die Faszination des Glücksspiels und die außergewöhnliche Beliebtheit, der es sich erfreut.
Außerdem scheint Glücksspiel ein globales Phänomen zu sein; es ist transkulturell. In Japan sind z. B. viele Menschen nach Pachinko, einem Pinball-ähnliches Spiel, süchtig, und sie geben bei Wetten jährlich Milliarden aus. Brasilianer geben jährlich 4 Milliarden US-Dollar für Glückspiele aus, den Großteil für Lotterielose. In einer neuen Studie, die über einen Zeitraum von einem Jahr lief, wurde festgestellt, dass mehr als 80 Prozent der Australier mindestens einmal in dem Zeitraum an einem Glücksspiel teilgenommen hatten; 40 Prozent gaben an, einmal wöchentlich an einem Glücksspiel teilzunehmen. Jeder Erwachsene in Australien gibt pro Jahr durchschnittlich mehr als 400 US-Dollar für Glücksspiele aus, doppelt so viel wie die Europäer oder US-Amerikaner. Damit zählen die Australier zu den begeisterten Spielern der Welt. Zwischen 1964 und 1999 stellten in den USA die Einnahmen aus Lotterien 125 Milliarden US-Dollar des Staatshaushaltes dar.
Die Glücksspielbranche hat ein unglaublich Wachstum erlebt und gehört zu den größten Arbeitgebern; alleine in Australien sind in der Branche 100.000 Menschen in mehr als 7.000 Unternehmen beschäftigt.
Glücksspiel ist ein Big Business und unabhängig davon, was die Zukunft in Sachen Rechtssprechung und gesellschaftlichen Initiativen bringen wird, es wird weiterhin eine beliebte Freizeitbeschäftigung bleiben. Wer hat denn schließlich noch nie von dem ganz großen Gewinn geträumt?






