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In den letzten Artikel haben wir euch populäre Spiele vorgestellt, die man überall auf der Welt spielt. Die teilweise doch recht eigentümlichen Spielregeln variieren natürlich von Land zu Land. Ein Beispiel dieser großen Vielfalt ist Jai Alai, das seit jeher eine große Anhängerschar unter den Spielbegeisterten dieser Welt besitzt. In diesem Leitartikel werden wir einen genaueren Blick auf Jai Alai werfen. Wo kommt dieses Spiel her, wie wird es gespielt und warum scheint es langsam zu verschwinden?
Jai Alai (sprich: Hai-Lai) bedeutet soviel wie „Fröhliches Fest“ und kommt aus dem Baskischen, wo auch das Spiel erfunden wurde.
Das Spiel wird in der „Cancha“ gespielt, deren Spielfeld von drei Mauern umgeben wird. Das Ziel dabei ist, dass zwei gegnerische Spieler den Ball in einen Weidenkorb am Ende des Spielfelds schleudern. Dabei werden Punkte erzielt, wenn ein Spieler den Ball fallen lässt, ihn verpasst, hält oder aus dem Spielfeld schleudert. In einem Spiel wird normalerweise eine Punktzahl von 7 bis 9 Punkten erreicht. Der Spieler, der gewonnen hat, bleibt auf dem Spielfeld und der unterlegene Spieler muss das Spielfeld verlassen. Er reiht sich dann in einer Schlange aus Spielern ein und wartet bis zu seinem nächsten Spieleinsatz. Der Ball kann bei diesem Spiel Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h erreichen. Deshalb wird Jai Alai auch das schnellste Spiel der Welt genannt.
Jai Alai wurde im 19. Jahrhundert in der südfranzösischen Baskenregion erfunden, wo es noch heute sehr beliebt ist. In Frankreich, Spanien und Mexiko wird Jai Alai immer noch sehr häufig gespielt und erfreut sich großer Beliebtheit. Aber auch in den Vereinigten Staaten gibt es vereinzelt Möglichkeiten, Jai Alai Gruppen zu finden und dort gemeinsam auf Jai Alai-Spiele zu wetten. Florida ist dabei der Staat, der die meisten „Frontons“ (Spielfelder) beherbergt und das Spiel hat sich dort mittlerweile als trendiger Nischensport neben Pferde- und Hunderennen etabliert. Aber trotzdem nimmt das Interesse an Jai Alai ständig ab und viele Frontons mussten schon geschlossen werden. Viele schieben dabei die Schuld auf andere Trendsportarten, auf die man ebenfalls wetten kann. Insbesondere der Siegeszug von Poker und die große Anziehungskraft zum Wetten werden oft als Gründe für die nachlassende Begeisterung für Jai Alai angeführt.
In den 70er Jahren erlebte Jai Alai in den Vereinigten Staaten eine kurze Boomphase. In Las Vegas eröffnete Kirk Kerkorian einen Fronton in seinem MGM Grand Hotel. Diese Einrichtung war aber nicht profitabel und daher war Kirk Kerkorian gezwungen, den Fronton wieder zu schließen. Das gleiche passierte mit Frontons im gesamten Norden und im Mittleren Westen der USA. Nur in Florida blieb es ein beliebter Wettsport, obwohl es auch dort stark an Popularität eingebüßt hat. Es ist schwierig, Prognosen darüber zu treffen, inwieweit Jai Alai in Zukunft eine Rolle spielen wird. Aber solltet ihr jemals die Chance haben, einem Spiel beizuwohnen, solltet ihr nicht lange zögern. Denn wer weiß, wie lange dieses Spiel noch gespielt wird. Aber wenn ihr einmal einem Spiel beigewohnt habt, werdet ihr das nicht so schnell vergessen.